Russland – Salzgötter

Flag_of_Russia.svgRussland hat momentan ja nicht gerade den besten Ruf. Wer die aktuelle Berichterstattung verfolgt, muss den Eindruck bekommen, dass es dort von Kriegstreibern, Nationalisten und Putin-Propagandisten nur so wimmelt. Ein so großes und vielfältiges Land aber über einen derart groben Kamm zu scheren, ist natürlich völliger Quark. Womit wir auch schon fast beim Thema wären – der russische Quark „Tvorog“ ist nämlich echt lecker und so ganz anders als der deutsche. Das soll heute aber nicht mein Hauptthema sein. Stattdessen möchte ich über den russischen Umgang mit Salz berichten. Weiterlesen

Warenkunde – Chilis („Schrei, wenn Du brennst“)

640px-Charleston_Hot_peppers_white_backgroundDer aufmerksamen Leserin ist natürlich sofort aufgefallen, dass der zweite Teil der Überschrift ein Zitat ist. Von keinem geringeren als dem großen Charles Bukowski. Ich bezweifle zwar, dass er dabei auch an den Genuss von Chilis gedacht hat, aber der Satz passte einfach zu schön.
Richtigerweise müsste die Überschrift allerdings heißen „Hicks, wenn es brennt“. Das passiert nämlich bei mir, wenn ich zu scharf esse – ich bekomme einen Schluckauf. Lustigerweise scheint sich das durch unsere gesamte Familie zu ziehen, denn auch meine beiden Brüder, die ebenfalls gerne scharf essen, sitzen bei einem Chilimahl regelmäßig mit einem „Schnackla“, wie der Schluckauf auf bayerisch genannt wird.

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Küchenphilosophie 6 – Kulinarische Kriege oder „War and Peas“

shutterstock_130987874Eine kurze Bemerkung eines guten Freundes hat vor kurzem wieder meine küchenphilosophische Neugier in Bewegung gesetzt. Mein Freund Moritz berichtete von einer kleinen Anekdote aus der Ukraine – dort wird ein Cocktail, der bislang als „schwarzer Russe“ verkauft wurde, jetzt als „schwarzer Ukrainer“ verkauft. Das erinnerte mich an die Zeit, als Frankreich und die USA wegen des Irakkriegs über Kreuz lagen und die „French Fries“, wie die Pommes normalerweise in den USA heißen, plötzlich in „Freedom Fries“ umbenannt wurden. Weiterlesen

Polen – Butter bei die Brote

Flag_of_Poland.svgLeider komme ich gerade nicht so viel zum Schreiben wie ich gerne möchte. Und die Themen, die mir in kulinarischer Hinsicht durch den Kopf gehen, weigern sich noch, im Kopf Form anzunehmen und sich zu Papier bringen zu lassen. Aber der kluge Blogger sorgt vor – deshalb präsentiere ich hier einen „vorgekochten“ Text. Aber gerade im Winter ist ja die Zeit, das lecker Eingemachte hervorzuholen. In diesem Sinne: „Smacznego“! Weiterlesen

Warenkunde – Gewürze

Da ich vor kurzem gelernt habe, was ein Blogevent ist, mache ich doch gleich mal bei einem schönen mit.

Bevor ich hier auch nur ein weiteres Wort zum Thema Gewürze schreibe, ist zunächst einmal eine Verbeugung vor dem Mann nötig, der aus meiner Sicht der deutschsprachige Gewürzguru ist – Gernot Katzer. Auf seiner Homepage hat er einen umwerfenden Wissenschatz zu einer Vielzahl an Gewürzen zusammengetragen. Dagegen will ich gar nicht erst versuchen anzustinken.

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Küchonphilosophio 5 – Vorsicht vor dom „E“

shutterstock_130987874Diosor Toxt wird otwos schwor zu loson soin. Abor ich habo boschlosson, ab sofort ohno „E“ zu lobon. Man hört schlioßlich, dass allo „E‘s“ im Osson sohr ungosund soin sollon, wio „E104“ zum Boispiol. Doshalb habo ich allo „E’s“ in moinom Toxt mit „O’s“ orsotzt. Wonn „E’s“ schon im Osson ungosund sind, dann könnon sio in Toxton ja sichor auch nicht sohr gosund soin. „O“, das klingt doch schon viol bossor, nach „organisch“ zum Boispiol. Odor orgiastisch, das ist auch schön.

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China – Nicht ohne meinen Entendarmständer

1024px-Flag_of_the_People's_Republic_of_China.svgDie chinesische Küche gehört für mich zu den faszinierendsten auf der ganzen Welt. Ich habe China zweimal besucht und war jedes Mal beeindruckt, welch wichtige Rolle das Essen dort spielt. Das beginnt schon bei der Begrüßung – die chinesische Form von „Hallo“ heißt „Ni chi le ma“ und bedeutet übersetzt: „Hast Du schon gegessen?“.

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Kohlsuppe – Nein! Doch! Oooh!

Diese polnische Kapusniak ist eine der vielen Varianten, die es von Kohlsuppe gibt.

Diese polnische Kapusniak ist eine der vielen Varianten, die es von Kohlsuppe gibt.

Eine meiner ersten Begegnungen mit einer anderen Herangehensweise beim Beschreiben von Rezepten waren die Kolumnen von Wolfram Siebeck in der „Zeit“ – manchmal unerträglich arrogant, aber immer unterhaltsam geschrieben und tolle Exkurse rund ums eigentliche Essen. Was für eine Provokation zum Beispiel sein Rezept für Ochsenschwanzragout. Darin beschreibt er, wie er Teile vom Ochsenschwanz stundenlang schmurgeln lässt, nur um am Ende das Fleisch wegzuschmeißen, denn er will nur die leckere Sauce nutzen. Weiterlesen