Küchenphilosophie 3 – Das falsche Essen

shutterstock_130987874Das schlechte Gewissen ist mittlerweile an vielen Esstischen zum Stammgast geworden. Wir schämen uns, weil wir zu fettig essen, weil wir zu süß essen, weil wir zu salzig essen, weil wir zu viel essen, weil wir Tiere essen oder weil wir allein essen. Das ist schade, denn kaum etwas kann so viel positive Energie spenden wie genussvolles Essen.
Die Entscheidung darüber, was das falsche beziehungsweise das richtige Essen für uns ist, beschäftigt mich schon eine Weile. Aus meiner Sicht spielen hier zwei Dinge eine wichtige Rolle: Weiterlesen

Küchenphilosophie 2 – Das richtige Essen

shutterstock_130987874Zeit für etwas Küchenphilosophie. Lange Zeit war die Frage nach der richtigen Ernährung einfach, weil die religiösen Vorschriften bis ins Detail regelten, was der Mensch wann essen durfte. Gott, Allah, Jahwe und Shiva – alle obersten Bosse haben genaue Vorstellungen, was erlaubt ist und was nicht. Kein Schwein, kein Rind, kein Fleisch mit Milch, kein Fleisch am Freitag und an Fastentagen – der Glauben regelt alles. Seit Nietzsche uns in der „Fröhlichen Wissenschaft“ aber sein „Gott ist tot“ entgegen gerufen hat, ist das alles nicht mehr so einfach. Weiterlesen

Warenkunde – Meeresfrüchte

Für meinen Geschmack nur mäßig lecker - Austern

Für meinen Geschmack nur mäßig lecker – Austern

Meine emotionale Beziehung zum Meer ist recht schwach. Das hat bei uns in der Familie Tradition. Mein Vater zum Beispiel ist mittlerweile 76 Jahre alt und war niemals am Meer. Vermutlich wird er auch nicht mehr dorthin kommen. Gleichzeitig macht er nicht den Eindruck, dass er etwas vermissen würde.
Ich war zwar schon an diversen Gestaden, aber die Faszination des Ozeans erschließt sich mir trotzdem nicht so recht. Die Luft riecht leicht fischig oder nach vergammelndem Tang, das Wasser kann man nicht trinken und wenn man darin schwimmt, lauern gefährliche Strömungen, gefräßige Haifische oder glitschige Quallen. Alles in allem nicht meine Welt. Weiterlesen

Spanien – Killer-Paella

Flag_of_Spain.svgSpanien habe ich zu Anfang meines Studiums zusammen mit einem Kumpan bereist, auf dem Weg zu einer marokkanischen Freundin. Das ist jetzt gefühlt schon ein bis zwei Ewigkeiten her. Insofern ist meine Erinnerung etwas löchrig. Ein Erlebnis aber ist mir noch deutlich vor Augen, denn es hatte nicht nur Auswirkungen auf meinen Spanien-Urlaub, sondern auch auf die Weiterreise nach Marokko. Weiterlesen

Küchenphilosophie 1 – Vegan oder Weltuntergang?

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Zu Veganern habe ich ein zwiespältiges Verhältnis. Einerseits finde ich die intensive Beschäftigung mit Kochen & Essen, die manchmal fast zwanghafte Züge annehmen kann, erst einmal sympathisch – mir geht es schließlich nicht anders. Vegane Rezepte finde ich oft spannend & eine Bereicherung für jede Küche. Gleichzeitig finde ich den missionarischen Eifer, den manche Veganer an den Tag legen, aber ziemlich erschreckend. Weiterlesen

Sudan – Kamelhöcker vom Grill

Flag_of_SudanDer Sudan, ehemals Afrikas größtes Land. In Deutschland vor allem bekannt wegen der schrecklichen Ereignisse in Darfur und wegen des Bürgerkriegs, der zuerst zwischen Nord- und Südsudan und jetzt innerhalb des Südsudans tobt.
Ich war im Rahmen meines Studiums 2006 für mehrere Monate im Sudan. Auch ich habe dieses Land voller Gegensätze erlebt. Ich bin dort entführt worden und habe gleichzeitig die gastfreundlichsten Menschen getroffen, die ich kenne. Ich habe wunderbare Landschaften und trostlose Städte gesehen. Letztlich greift aber jede Beschreibung zu kurz, dazu waren die Erlebnisse zu vielfältig. Weiterlesen

Die Nummer 1 – Kartoffelsalat à la bavaroise

Kartoffelsalat - die erste Mahlzeit meines Lebens. Das erste Bier folgte wenig später.

Kartoffelsalat – die erste Mahlzeit meines Lebens. Das erste Bier folgte wenig später.

Die Frage, worüber mein erster Eintrag in diesem Blog handeln sollte, hat mich ein Weilchen beschäftigt. Dann aber fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Natürlich muss ich zur Eröffnung über das Gericht schreiben, das meinen Eltern zufolge das erste feste Nahrungsmittel war, das ich zu mir genommen habe.
Auf Familienfesten erzählt meine Mutter gerne den Schwank, wie mein Vater mir im zarten Alter von sechs Monaten ein Löffelchen Kartoffelsalat einflößte, mit der Bemerkung „Irgendwann muas der Bua ja moi wos gscheids griang“ – was frei übersetzt so viel heißt wie: „Von Milch allein wird niemand glücklich“.
Ob mir der erste Kartoffelsalat meines Lebens geschmeckt hat oder nicht, kann ich heute nicht mehr sagen, meine eigene Erinnerung daran ist verständlicherweise recht vage. Tatsächlich aber gehört Kartoffelsalat nach Art der Familie bis heute zu meinen Leibspeisen. Weiterlesen