Wildkräuter – Wiesen-Bärenklau

640px-Illustration_Heracleum_sphondylium0Meine liebe Arbeitskollegin Sabine hat mittlerweile ihre Fortbildung zur Kräuterpädagogin abgeschlossen und organisiert regelmäßig Wildkräuter-Wanderungen. Es ist wirklich erstaunlich, was alles auf unseren Wiesen wächst und sich für die Küche eignet. Für mich die größte Überraschung war der Wiesen-Bärenklau – eine Pflanze, ich aus meiner Jugend vor allem als Hasenfutter kenne. Passenderweise ist der bayerische Name daher auch „Hasenscharf“. Der Wiesen-Bärenklau sieht ein wenig aus wie Rhabarber, also ein dicker Stengel und recht große Blätter.
Auf der Kräuterwanderung gab es die Stiele des Bärenklaus als Suppeneinlage. Sie sind knackig und haben ein schönes Aroma. Was mich aber so richtig aus den Socken gehauen hat, war ein Experiment, das Sabine vor kurzem mit den Samen des Bärenklaus machte. Weiterlesen

Geliebte Vielschichtige – eine etwas anrüchige Hommage

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Tomatenbrot mit Zwiebel & wildem Wiesenbärenklau – das ist wahrer Punk

Die Griechen tun es. Die Türken auch. Und ich, das gestehe ich hier und heute, ich tue es auch. Sogar regelmäßig. Am liebsten alleine, denn manchmal habe ich etwas Angst, andere mit dem Geruch zu belästigen. Die geneigte Leserin (Männer immer mitgemeint) hat selbstverständlich längst erraten, von was ich spreche – meine Leidenschaft, das sind rohe Zwiebeln. Weiterlesen

Warenkunde – Pilze

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Pfifferlinge aus eigener Ernte – so sind sie am leckersten

Ich zähle mich selbst ja eher zu den rationalen Zeitgenossen. Der Glaube ans Übernatürliche ist meine Sache nicht und bei esoterischem Geschwurbel treibts mir regelmäßig die Zornesröte ins Gesicht. Ein paar Dinge aber gibts im Leben, da werde ich hemmungslos romantisch. Dazu zählt das Pilzesuchen. Wenn frühmorgens die Nebelschwaden durch den Wald ziehen, die Spinnweben von Tautropfen übersät glänzen und der Wald noch ruht – dann geht mir jedesmal das Herz auf und ich bilde mir ein, fast das Flüstern der Pilze hören zu können. Weiterlesen

Küchenphilosophie 4 – Die Diktatur der Hühnerbrust

shutterstock_130987874Ich mags gern hart. Jedenfalls, wenns ums Essen geht. Für meinen Geschmack genießt das Konzept der „Zartheit“ in der modernen Gastronomie einen zu hohen Stellenwert. Alles soll zart sein, von der Rinderhüfte bis zum Gemüse. Ganz anders in unserer Familie – dort gabs am Mittagstisch immer heftige Diskussionen, wer die Knochen abnagen oder den Knorpel essen durfte. Oder die knusprige Schwarte des Schweinebratens. Weiterlesen

Japan – Free Willy & Eat Bambi?

Flag_of_Japan.svg2008 hatte ich das Glück, zu einer Japanreise eingeladen zu werden. Japan ist für mich eines der faszinierendsten Länder der Welt, wo starre Rituale neben wilden Exzessen bestehen können, ohne dass jemand mit der Wimper zuckt. Und wo das Essen zu einer Kunstform erhoben wurde. Unter dem Titel „Pilgertour zur Badewanne“ habe ich damals auch einen kurzen Text veröffentlicht. Die japanische Liebe für das Baden finde ich fantastisch, denn ich bade auch für mein Leben gerne. Ein perfekter Urlaubstag für viele Japaner besteht in einem Frühstück, zu dem es bereits Sushi und Bier gibt und anschließendem Relaxen in einer der unzähligen heißen Quellen. Das kommt meinem Traumurlaub auch recht nahe. Weiterlesen