Warenkunde – Chilis („Schrei, wenn Du brennst“)

640px-Charleston_Hot_peppers_white_backgroundDer aufmerksamen Leserin ist natürlich sofort aufgefallen, dass der zweite Teil der Überschrift ein Zitat ist. Von keinem geringeren als dem großen Charles Bukowski. Ich bezweifle zwar, dass er dabei auch an den Genuss von Chilis gedacht hat, aber der Satz passte einfach zu schön.
Richtigerweise müsste die Überschrift allerdings heißen „Hicks, wenn es brennt“. Das passiert nämlich bei mir, wenn ich zu scharf esse – ich bekomme einen Schluckauf. Lustigerweise scheint sich das durch unsere gesamte Familie zu ziehen, denn auch meine beiden Brüder, die ebenfalls gerne scharf essen, sitzen bei einem Chilimahl regelmäßig mit einem „Schnackla“, wie der Schluckauf auf bayerisch genannt wird.

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Warenkunde – Gewürze

Da ich vor kurzem gelernt habe, was ein Blogevent ist, mache ich doch gleich mal bei einem schönen mit.

Bevor ich hier auch nur ein weiteres Wort zum Thema Gewürze schreibe, ist zunächst einmal eine Verbeugung vor dem Mann nötig, der aus meiner Sicht der deutschsprachige Gewürzguru ist – Gernot Katzer. Auf seiner Homepage hat er einen umwerfenden Wissenschatz zu einer Vielzahl an Gewürzen zusammengetragen. Dagegen will ich gar nicht erst versuchen anzustinken.

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Kohlsuppe – Nein! Doch! Oooh!

Diese polnische Kapusniak ist eine der vielen Varianten, die es von Kohlsuppe gibt.

Diese polnische Kapusniak ist eine der vielen Varianten, die es von Kohlsuppe gibt.

Eine meiner ersten Begegnungen mit einer anderen Herangehensweise beim Beschreiben von Rezepten waren die Kolumnen von Wolfram Siebeck in der „Zeit“ – manchmal unerträglich arrogant, aber immer unterhaltsam geschrieben und tolle Exkurse rund ums eigentliche Essen. Was für eine Provokation zum Beispiel sein Rezept für Ochsenschwanzragout. Darin beschreibt er, wie er Teile vom Ochsenschwanz stundenlang schmurgeln lässt, nur um am Ende das Fleisch wegzuschmeißen, denn er will nur die leckere Sauce nutzen. Weiterlesen

Wildkräuter – Wiesen-Bärenklau

640px-Illustration_Heracleum_sphondylium0Meine liebe Arbeitskollegin Sabine hat mittlerweile ihre Fortbildung zur Kräuterpädagogin abgeschlossen und organisiert regelmäßig Wildkräuter-Wanderungen. Es ist wirklich erstaunlich, was alles auf unseren Wiesen wächst und sich für die Küche eignet. Für mich die größte Überraschung war der Wiesen-Bärenklau – eine Pflanze, ich aus meiner Jugend vor allem als Hasenfutter kenne. Passenderweise ist der bayerische Name daher auch „Hasenscharf“. Der Wiesen-Bärenklau sieht ein wenig aus wie Rhabarber, also ein dicker Stengel und recht große Blätter.
Auf der Kräuterwanderung gab es die Stiele des Bärenklaus als Suppeneinlage. Sie sind knackig und haben ein schönes Aroma. Was mich aber so richtig aus den Socken gehauen hat, war ein Experiment, das Sabine vor kurzem mit den Samen des Bärenklaus machte. Weiterlesen

Geliebte Vielschichtige – eine etwas anrüchige Hommage

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Tomatenbrot mit Zwiebel & wildem Wiesenbärenklau – das ist wahrer Punk

Die Griechen tun es. Die Türken auch. Und ich, das gestehe ich hier und heute, ich tue es auch. Sogar regelmäßig. Am liebsten alleine, denn manchmal habe ich etwas Angst, andere mit dem Geruch zu belästigen. Die geneigte Leserin (Männer immer mitgemeint) hat selbstverständlich längst erraten, von was ich spreche – meine Leidenschaft, das sind rohe Zwiebeln. Weiterlesen

Warenkunde – Pilze

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Pfifferlinge aus eigener Ernte – so sind sie am leckersten

Ich zähle mich selbst ja eher zu den rationalen Zeitgenossen. Der Glaube ans Übernatürliche ist meine Sache nicht und bei esoterischem Geschwurbel treibts mir regelmäßig die Zornesröte ins Gesicht. Ein paar Dinge aber gibts im Leben, da werde ich hemmungslos romantisch. Dazu zählt das Pilzesuchen. Wenn frühmorgens die Nebelschwaden durch den Wald ziehen, die Spinnweben von Tautropfen übersät glänzen und der Wald noch ruht – dann geht mir jedesmal das Herz auf und ich bilde mir ein, fast das Flüstern der Pilze hören zu können. Weiterlesen

Warenkunde – Meeresfrüchte

Für meinen Geschmack nur mäßig lecker - Austern

Für meinen Geschmack nur mäßig lecker – Austern

Meine emotionale Beziehung zum Meer ist recht schwach. Das hat bei uns in der Familie Tradition. Mein Vater zum Beispiel ist mittlerweile 76 Jahre alt und war niemals am Meer. Vermutlich wird er auch nicht mehr dorthin kommen. Gleichzeitig macht er nicht den Eindruck, dass er etwas vermissen würde.
Ich war zwar schon an diversen Gestaden, aber die Faszination des Ozeans erschließt sich mir trotzdem nicht so recht. Die Luft riecht leicht fischig oder nach vergammelndem Tang, das Wasser kann man nicht trinken und wenn man darin schwimmt, lauern gefährliche Strömungen, gefräßige Haifische oder glitschige Quallen. Alles in allem nicht meine Welt. Weiterlesen

Die Nummer 1 – Kartoffelsalat à la bavaroise

Kartoffelsalat - die erste Mahlzeit meines Lebens. Das erste Bier folgte wenig später.

Kartoffelsalat – die erste Mahlzeit meines Lebens. Das erste Bier folgte wenig später.

Die Frage, worüber mein erster Eintrag in diesem Blog handeln sollte, hat mich ein Weilchen beschäftigt. Dann aber fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Natürlich muss ich zur Eröffnung über das Gericht schreiben, das meinen Eltern zufolge das erste feste Nahrungsmittel war, das ich zu mir genommen habe.
Auf Familienfesten erzählt meine Mutter gerne den Schwank, wie mein Vater mir im zarten Alter von sechs Monaten ein Löffelchen Kartoffelsalat einflößte, mit der Bemerkung „Irgendwann muas der Bua ja moi wos gscheids griang“ – was frei übersetzt so viel heißt wie: „Von Milch allein wird niemand glücklich“.
Ob mir der erste Kartoffelsalat meines Lebens geschmeckt hat oder nicht, kann ich heute nicht mehr sagen, meine eigene Erinnerung daran ist verständlicherweise recht vage. Tatsächlich aber gehört Kartoffelsalat nach Art der Familie bis heute zu meinen Leibspeisen. Weiterlesen