Der Koch

Eigentlich trage ich ja Sonne in meinem Gemüt. Manchmal aber wird mir ganz schwer ums Herz. Vor kurzem war es mal wieder so weit, als ich damit anfing, die deutschsprachigen Kochblogs zu durchforsten. Glückliche Menschen, so weit das Auge reicht. Überall perfekt fotografierte Menüs. Und Texte, für die „oberflächlich“ noch ein viel zu freundlich gewähltes Wort ist.
Mein Herz- und Magenthema in der Hand von Menschen, denen ein schönes Foto offensichtlich wichtiger ist als ein guter Text. In meinem Blog möchte ich dieser glattgeschliffenen Mediengestalter-Welt meine Einblicke aus dem echten Leben entgegen halten.
Vorbilder sind dabei eher Anthony Bourdain als Johann Lafer und lieber Charles Bukowski als Thomas Mann. Hier gibt es also Ravioli aus der Dose genauso wie Fines de Claire, das abendliche Frustfressen genauso wie das gediegene Gelage mit Freunden. Und zwischendrin ein paar Eindrücke aus aller Welt – Meinungen und Deinungen eines ungelernten Küchenchefs auf der Suche nach dem Glück.
Kurz gesagt: Dieses Blog ist ein Plädoyer für mehr Ehrlichkeit. In der Küche. Und auch überall sonst.

11 Gedanken zu “Der Koch

  1. Hallo Markus,

    da hast du dir ein spannendes Projekt vorgenommen! Die ersten Beiträge sind schon mal sehr interessant und es macht großen Spaß, bei dir mitzulesen. :-)

    Einen guten Start in die Bloggerwelt wünsch ich dir!
    Ariana (alias Annegret)

    • Hallo Annegret/Ariana,

      vielen Dank, das Lob freut mich sehr – noch dazu aus professionellem Munde :-) Vielleicht sehen wir uns ja auch mal wieder in Dorfen, ich war echt Ewigkeiten nicht mehr dort unterwegs.

      Liebe Grüße, Markus

  2. Diagnose Gastrosexuell?

    Hallo Markus,
    bin gerade über einen Programmhinweis des Deutschlandfunk gestolpert. Dort läuft am 17. August um 20.05 Uhr das einstündige Feature „Wir Gastrosexuellen – Eine Aufklärung“ (http://www.deutschlandfunk.de/esskultur-wir-gastrosexuellen-eine-aufklaerung.866.de.html?dram:article_id=291945).
    Ich hoffe Du bist nicht von dieser „schlimmen Krankheit“ betroffen und wünsch Dir viel Spaß und noch mehr Leser für deinen Blog.

    Beste Grüße
    Martin

    • Hallo Martin,

      ganz so weit würd ich tatsächlich nicht gehen, obwohl der Titel natürlich lustig klingt. Andererseits heißt es ja auch „Essen ist der Sex des Alters“ und beim letzten Blick in den Spiegel war meine Haarpracht schon verdächtig grau. Mal schauen, was es im Kühlschrank gibt…

      Viele Grüße, Markus

  3. Neulich hatte ich eine Diskussion mit einem anderen Blogger über die Blogbilder. Er hat mir dabei u.a. erzählt, dass er z.T. Gerichte zweimal zubereitet (oder eben immer eine Portion mehr als Esser dabei sind), um eine Variante fürs Fotografieren zu haben, die aber in der Zeit, wo er die Fotos macht, kalt wird. Ggf. wärmt er sie hinterher auch für dewn Verzehr in der Mikrowelle wieder auf, was natürlich der kulinarische Tod für auf den Punkt gegarte Gerichte ist. Die Fotos in meinem Blog schieße ich eher aus der Hüfte und vertraue ein wenig der Nachbearbeitung. Optimales Licht habe ich sowieso nicht in der Küche und für den Erwerb und den dann jeweils nötigen Auf- und Abbau fehlt mir einfach die Lust. Aber so bleibt das Essen warm und kann hinterher noch genau so genossen werden wie ohne Fotografieren. Wobei ich aber auch zugeben muss, dass die Bilder des anderen Bloggers irgendwie professioneller aussehen … 😉

    • Ich glaube, diese Diskussion habe ich sogar mitverfolgt – war das der Kollege von den Nudelnheissundhos?

      Gegen schöne Fotos habe ich prinzpiell erst einmal nix einzuwenden & wenn sich jemand die Mühe macht, sogar zweimal zu kochen, dann ist das aller Ehren wert (so lange nicht ein Essen in die Mülltonne wandert, das fände ich dann zu verschwenderisch).

      Was mich aber am meisten stört, ist diese permanente Super-Sonnigkeit die mit den schönen Bildern einherzugehen scheint. Alles ist wunderschön, herzallerliebst, zuckerbunt – das ist so als ob man ein Kilo Schokolade auf einmal frisst.

      Mich interessiert sowohl an Menschen als auch am Essen immer das ganze Bild – am interessantesten sind nunmal die Stellen, wo die Sonne nicht ununterbrochen hinscheint 😉

      • Jo, der war es.

        Apropos nicht scheinende Sonne: Irgendeine Foodbloggerin hatte doch mal einen Blogevent oder so veranstaltet, wo es die schlechtesten Bilder zu bestaunen gab. Vielleicht ist das noch irgendwo zu finden.

  4. Hey Markus,
    als Freund einer guten Tiefkühlpizza, der Ketwurst aus der Schönhauser oder gerne auch mal Berliner Freestyle in der eigenen Küche bin ich gespannt auf deine Sicht der Dinge zum Ur-Thema der Menschheit. „Nahrungsaufnahme“ Ich freue mich von dir zu lesen…
    Gruß Alex

  5. Hallo Markus,
    schön geschrieben. Bei mir ist es so, dass, wenn ich irgendwo in einem Blog lese „der weltbeste XY“, klicke ich gleich weg. Mich nerven diese ganzen Superlative „perfekte, beste, genialste, köstlichste“ etc. Es kommt so marktschreierisch rüber.
    Deine Reihe „Reiseproviant“ finde ich sehr spannend und freue mich schon auf mehr.
    Liebe Grüße,
    Mari

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