Warenkunde – Gewürze

Da ich vor kurzem gelernt habe, was ein Blogevent ist, mache ich doch gleich mal bei einem schönen mit.

Bevor ich hier auch nur ein weiteres Wort zum Thema Gewürze schreibe, ist zunächst einmal eine Verbeugung vor dem Mann nötig, der aus meiner Sicht der deutschsprachige Gewürzguru ist – Gernot Katzer. Auf seiner Homepage hat er einen umwerfenden Wissenschatz zu einer Vielzahl an Gewürzen zusammengetragen. Dagegen will ich gar nicht erst versuchen anzustinken.

Stattdessen präsentiere ich hier im Folgenden meine völlig subjektive Sicht auf die Gewürze, die ich gerne verwende – ähnlich wie die geneigte Leserin das schon aus den weiteren Warenkunden kennt.

Eine kleine Vorbemerkung noch, wie ich selbst Gewürze einordne: Ich finde, Gewürze haben so etwas wie einen musikalischen Eigenklang – es gibt hohe Gewürze, tiefe Gewürze und Gewürze, die eher die mittleren Töne eines Essens unterstreichen. Ein hohes Gewürz wäre für mich zum Beispiel gemahlener Koriander, ein tiefes Gewürz stellt für mich Kümmel dar. Ein Gewürz der mittleren Ebene ist Paprika. So richtig gut kann ich das nicht erklären, das ist eher eine Bauchsache. Aber der ist bekanntlichermaßen beim Kochen  ja nicht ganz unwichtig…

Curry
Streng genommen ist Curry natürlich kein eigenes Gewürz, sondern eine Mischung aus vielen unterschiedlichen Gewürzen. Korinthenkackerei ist aber nicht mein Ziel. Mit Curry kann man nicht viel falsch machen – es passt praktisch zu allem. Leider wird es deshalb häufig auch inflationär eingesetzt. Zu viel Curry zaubert aber leider keine indischen Tempeltänzerinnen auf die Zunge, sondern versetzt eher einen Schlag mit der Currywurstkeule.

Pfeffer
Finde ich persönlich ein überschätztes Gewürz. Er wird ja grundsätzlich zu allem empfohlen – manche kombinieren ihn sogar mit frischen Erdbeeren, als Dessert. Das habe ich auch mal versucht, war ganz nett. „Ganz nett“ wäre auch mein Urteil über Pfeffer in der Küche – und das ist letztlich ja die Höchststrafe, oder? Ganz nett ist der Freund, den man halt anruft, wenn sonst niemand Interessantes Zeit hat. Und wer möchte das schon sein?

Szechunanpfeffer
Dazu eine kleine Geschichte – während einer Chinareise zeigte uns ein befreundeter Reiseführer einen buschigen Strauch mit stacheligen Beeren. „Das ist wilder Szechuanpfeffer“, erklärte er und gab uns ein Körnchen zu kosten. Nichtsahnend biss ich in das Körnchen, nur um es kurz darauf röchelnd und mit taubem Mund wieder auszuspucken. „Ganz schön stark, oder?“, fragte der Reiseführer, während ich krampfhaft überlegte, wie weit mein Hals wohl noch zuschwellen würde und ob man an einer Szechuanpfeffer-Vergiftung ersticken kann. So ähnlich muss sich ein Erdnussallergiker in der Flipstüte fühlen.
Später habe ich dann erfahren, dass ich keineswegs allergisch auf Szechuanpfeffer bin, sondern dass dieses Gefühl beim Essen normal ist – allerdings in abgeschwächter Form, da der Pfeffer nur getrocknet verwendet wird. Tatsächlich betäubt Szechuanpfeffer Zunge und Lippen leicht beim Essen. Dazu hat er ein intensives Aroma, das aber schnell ins Seifige umschlagen kann. Will sagen: Der Szechuanpfeffer sollte mit Vorsicht genossen werden. Wunderbar ist er aber in Kombination mit Chilies, im Chinesischen heißt diese Kombi „Ma-La“ und ist beispielsweise für Feuertopf sehr beliebt.

Kümmel
Eindeutig eines meiner Lieblingsgewürze. Das war nicht immer so. Als Kind hasste ich Kümmel regelrecht. Insbesondere die ganzen Körner, die sich im Brot versteckten und beim Draufbeissen den ganzen Mund mit Kümmelgeschmack erfüllten. Heute esse ich sogar Kümmelstangen, die über und über mit den Körnchen bestreut sind.
Wie ich in der Einleitung schon geschrieben habe, zählt Kümmel für mich zu den „tiefen“ Gewürzen. Er kann also Gerichten, beispielsweise Eintöpfen, mehr geschmackliche Tiefe verleihen, ohne selbst zu stark hervorzuschmecken. Richtig dosiert, wird auch ein Kümmelhasser niemals bemerken, dass Kümmel im Essen ist – das Fehlen würde aber dagegen sehr wohl bemerkt, denn das Essen würde irgendwie „langweiliger“ schmecken.
Dazu noch eine kleine Geschichte: Ich habe mich schon öfters gewundert, dass mir manchmal unerklärlicherweise der Duft von Kümmel in die Nase steigt, obwohl kein Essen in der Nähe ist. Bis mir dann auffiel, dass ich immer dann Kümmelgeruch wahrnehme, wenn sich jemand einen Pfefferminz-Kaugummi in den Mund steckte. Daraufhin habe ich ein wenig recherchiert und festgestellt, dass sich die wichtigsten Duftmoleküle von Kümmel und Minze, sogenannte Carvone,  chemisch wie Spiegelbilder verhalten – Chemiker nennen das „Enantiomere“. Ich nenne das „merkwürdige Nasentäuschung“.

Kreuzkümmel
Die orientalische Verwandtschaft zum deutschen Kümmel. Obwohl ich sie geschmacklich eigentlich gar nicht besonders ähnlich finde. Kreuzkümmel ist für mich zum Beispiel ein ganz „hohes“ Gewürz – das bedeutet, auch wenn ich nur geringe Mengen davon ins Essen gebe, werde ich es herausschmecken. Kreuzkümmel ist im Prinzip das ADHS-Kind unter den Gewürzen. Sobald er ins Essen kommt, will er Beachtung und dominiert alle anderen Gewürze mit seinem Geschmack. Während ich den deutschen Kümmel dazu einsetze, um den Geschmack einer Speise sanft abzurunden, springt der Kreuzkümmel bildlich gesprochen im Essen herum und ruft: „Hier, hier“.
Das alles klingt etwas negativer als es gemeint ist – ich mag Kreuzkümmel, aber man sollte sich bewusst sein, dass man sich hier einen kleinen Dominator auf den Teller holt. Wenn man ihm genügend Raum lässt, überzeugt er aber mit seiner unnachahmlichen Wärme und lässt Bilder vom Orient im Mund entstehen.

Paprika
Ein wunderbar vielseitiges Gewürz. Man kann ihn sowohl als dominierende Note einsetzen, beispielsweise in Gulasch oder Chili. Oder er hilft dabei, den Geschmack abzurunden, etwa bei Bratkartoffeln oder als Steakgewürz. Paprika lässt sich aus meiner Sicht auch kaum falsch dosieren und gehört in meiner Einordnung in die Riege der „mittleren“ Gewürze. Er ist sozusagen der Gentleman unter den Gewürzen – immer zur Stelle, wenn man ihn braucht und mit genügend Anstand, auch anderen Platz einzuräumen.

Nelken
Wer Nelken einsetzt, braucht Fingerspitzengefühl. Häufig wird bei Suppen oder für Sauerkraut empfohlen, eine Nelke mitzukochen. Das finde ich untertrieben, denn eine Nelke in einem ganzen Suppentopf schmecke ich beim besten Willen nicht heraus. Gebe ich aber zu viele Nelken ins Essen, ist auch nichts gekonnt – wer schon einmal die Freude hatte, während des Essens auf eine Nelke zu beißen, weiß sicher, dass zu viel Nelke auch nicht das Wahre ist. Deshalb taste ich mich je nach Einsatzzweck  an die richtige Nelkendosis heran. Bei einer kleinen Dose Sauerkraut zum Beispiel hat sich 4 als eine gute Zahl herausgestellt. Dazu noch 4 Wacholderbeeren, einige Chilis, Pfefferkörner, Lorbeerblätter & Kümmel. Ein Stückchen Butter und etwas Fleisch- oder Gemüsefond – fertig ist das perfekte Sauerkraut.

Piment
Auf Englisch auch „Allspice“ genannt, da die europäischen Entdecker den Eindruck hatten, dass Piment die Geschmäcker von Zimt, Nelken und Muskatnuss in sich vereint. Ich persönlich finde die geschmackliche Verwandtschaft zur Nelke recht deutlich und setze Piment daher manchmal anstelle von Nelken ein.

Muskatnuss
Auch wieder ein Gewürz, das mit Bedacht eingesetzt werden will. In der richtigen Dosis gibt es zum Beispiel Kartoffelspeisen ein wunderbares Aroma. Zuviel davon, und auf der Zunge schlagen die Muskatnüsse Purzelbäume.
Angeblich lässt sich Muskatnuss auch einsetzen, um einen ordentlichen Rausch zu bekommen. In den wilden Jugendtagen in Bayern habe ich das mal zusammen mit einigen Freunden probiert. Abgesehen von einem schrecklich trockenen Mund und dem Gefühl, eine Muskatnussreibe abgeleckt zu haben, war da aber rein gar nix zu spüren. Seitdem esse ich Muskatnuss lieber wieder im Kartoffelbrei.
Die feine Verwandte von Muskatnuss ist übrigens „Macis“ – das ist die getrocknete Haut der Muskatnüsse. Sie wird ebenfalls gemahlen und hat einen dezenteren Geschmack als die Nuss.

Koriander
Koriander finde ich ein interessantes Gewürz. Er hat geschmacklich mit dem frischen Kraut überhaupt nichts zu tun, sondern bringt eine dezente, süße Note mit. Ich setze Koriander gerne ein, wenn ich das Gefühl habe, „irgendetwas“ fehlt noch. Er kann Speisen den letzten Kick geben, ohne dabei zu penetrant zu werden. Zusammen mit Kreuzkümmel, Paprika & Zimt ergibt Koriander auch eine wunderbar orientalische Note, die zum Beispiel für marokkanische Gerichte ganz toll geeignet ist.

Zimt
Bevor ich zum ersten Mal nach Marokko gereist war, hielt ich Zimt ausschließlich für ein Weihnachtsgewürz. Seitdem ich die nordarabische und die indische Küche näher kennengelernt habe, weiß ich Zimt auch als Gewürz für Fleischgerichte zu schätzen.
Für mich ist Zimt ein typischer Vertreter der „hohen Gewürznote“, bringt also sehr deutlichen Eigengeschmack mit und sollte nicht überdosiert werden. Aber ein Apfelstrudel ohne Zimt – das wäre wirklich ein Verbrechen.

Lorbeer
Für ihn gilt ähnliches wie für die Nelken – in den meisten Rezepten finde ich Lorbeer zu niedrig dosiert, um wirklich etwas davon zu schmecken. Deshalb setze ich gerne mehr Lorbeerblätter als angegeben ein, um wirklich etwas vom Geschmack mitzubekommen. Ich empfinde den Lorbeergeschmack leicht zitrusartig und wunderbar dazu geeignet, deftigen Speisen eine frische Note mitzugeben. Ein Wildenten-Ragu mit viel Lorbeer & Thymian zum Beispiel, das ist ein Traum.

Kardamom
Als ich zum ersten Mal ein original indisches Rezept nachkochen wollte, bin ich gefühlt einen halben Tag durch die bayerische Pampa gefahren, um Kardamomkapseln zu finden. In einem Reformhaus wurde ich schließlich fündig. Stolz schmiss ich dann die Kapseln in den Topf, nur um sie beim anschließenden Essen dann zu verfluchen, denn ich hatte prompt auf eine Kapsel gebissen. Der geschmackliche Overkill ist dabei ähnlich beeindruckend wie bei Nelken. Ich setze Kardamom sehr selten ein, aber in den richtigen Momenten ist er mit seinem dominanten Aroma wirklich eine gute Ergänzung.

Wacholderbeeren
Eigentlich mag ich Wacholder nicht besonders gerne – deshalb kann ich beispielsweise auch den aktuellen Hype um Gin, der die kulinarisch-alkoholische Gemeinde gerade erfasst hat, nicht so richtig nachvollziehen. Richtig gut finde ich Wacholder eigentlich nur im Sauerkraut. Das esse ich aber auch nicht täglich, insofern ist die Dose mit den Wacholderbeeren in meinem Schrank geschätzt schon um die fünf Jahre alt und immer noch nicht annähernd leer.

Vanille
Die edle Vanille habe ich bislang nur ganz klassisch für Süßspeisen eingesetzt – in einigen Kochbüchern wird aber auch die Verwendung für deftige Speisen empfohlen. Das muss ich bei nächster Gelegenheit mal versuchen.

Sternanis
Auch so ein Exot unter den Gewürzen, der bei uns klassischerweise nur zu Weihnachten eingesetzt wird. In China dagegen ist Sternanis allgegenwärtig und dient für viele Saucen als Grundnote. Toll finde ich den Geschmack zum Beispiel zu rotgeschmortem Schweinefleisch, angeblich das Lieblingsgericht von Mao Tse Tung.

Süßholz
Auch das ist ein Gewürz, das vor allem in der chinesischen Küche eingesetzt wird. Wer also mal buchstäblich Süßholz raspeln will, sollte sich an das oben erwähnte rotgeschmorte Schweinefleisch wagen. Der Geschmack von Süßholz ist erwartungsgemäß leicht lakritzartig, richtig viel experimentiert habe ich bislang damit aber noch nicht.

Safran
Zum Schluss das teuerste Gewürz. Safran besteht aus den Staubfäden von bestimmten Krokussen und muss mühsam von Hand gesammelt werden, daher der stolze Preis. Zum Glück braucht man aber nicht viel davon, um ein Gericht zu würzen. Diese Erfahrung habe ich schmerzhaft machen müssen, als ich im Eifer des Gefechts einmal zu viel Safran in mein marokkanisches Tajine gegeben habe. Der Geschmack war danach irgendwie metallisch, fand ich – beinahe so, als ob man auf Alufolie herumbeißt. Und das möchte doch wirklich niemand im Essen haben.

Damit der Text nicht zu lang wird, werde ich die Kräuter wie Basilikum, Majoran, Dill, Petersilie & Co. später in einer eigenen Rubrik behandeln, auch wenn sie getrocknet wie Gewürze eingesetzt werden.

20 Gedanken zu “Warenkunde – Gewürze

  1. Da war aber einer am Sonntag fleißig, so nach dem #fbcb14 😉 Oder hast Du schon vorher dran geschrieben? 😉

    Entgegen weitläufig angehäuften Halbwissens ist Curry völlig richtig eine Gewürzmischung, aber es ist eben auch eine Pflanze, aus dessen Blättern Currypulver hergestellt wird (was dann aber mit dem geläufigen Currypulver nichts gemein hat). Es soll sogar Currys geben, in denen Curry vorkommt. Und es ist immer schön, wenn ein Wort doppelte Bedeutung hat. 😉

    Pfeffer ist ein Klassiker unter den Gewürzen. Wohl dosiert hebt es die Würze, ohne durch seine Schärfe überzubetont zu werden. Sollte man doch auf letztgenannte Eigenschaft des – natürlich frisch gemahlenen oder noch besser: frisch gemörserten – Pfeffers wert legen, so zeigt sich, dass seine Schärfe doch eine andere ist als die von Chili oder Paprika. Irgendwie setzt sie an anderen Rezeptoren an, was vermutlich durch den anderen scharfen Stoff hervorgerufen wird. Will man also etwas so ganz richtig scharfes kochen, sollte man die Kombination aus Chili und Pfeffer nutzen …

    Bei Kümmel bin ich irgendwie zwiegeschalten. Zum einen bin ich offenbar noch Kind, wenn ich Deine Beschreibung lese. Nach wie vor mag ich es nicht, auf Kümmelkörner zu beißen. Aber da stehen sie nicht allein da, ich mag auch nicht auf Nelken, Pfefferkörner, Pigment, … beißen, eigentlich auf alles, was dann ein intensives Aroma verbreitet. Andererseits gehört – mehr oder weniger dominant – Kümmel zu allerlei Gerichten. Kohleintopf und andere Kohlgerichte stehen an vorderster Stelle, aber auch das leckere Schüttelbrot gehört dazu.

    Beim Paprika bin ich vermutlich immer zu vorsichtig beim Würzen. Ich muss mir wohl mal einen größeren Topf kaufen, damit ich das Pulver etwas großzügiger verwende. Vielleicht war es ja auch der falsche Abfüller. Aber es gibt schon schöne Anwendungen für das Gewürz: Pommes zum Beispiel. Sind die nur gesalzen, ziehen ich eine rotweiße Beigabe vor, sind sie aber auch noch mit Paprika gewürzt, reicht eine schöne Majo (oder auch gar nichts).

    Bei der Nelke gibt es eine schöne Dosieranleitung: Soviel an die Speise geben, dass man sie gerade so noch nicht heraus schmeckt. Leider bin ich durch zu viel Nelke mit Rotkohl (Reihenfolge leider so richtig) gequält worden, dass ich noch genug Reserven eingelagert habe, dass ich den Rotkohl eher nelkenarm mag. Nur kann man es sich bei fremdzubereiteten Gerichten leider nicht aussuchen. Und mein bisher einziger selbst zubereiteter Rotkohl hatte nicht die Qualität, dass ich nach dem Rezept nochmal einen zubereitet habe. Die Nelkendosierung war das einzig gute daran. 😉

    Ab 4 ganzen Nüssen ist Muskat tödlich. Man muss sie aber gleichzeitig essen, was ich für unwahrscheinlich halte. 32 Bananen, binnen kürzester Zeit genossen, sollen auch tödlich sein, wenn auch aus anderem Grunde. Muskatnuss wird immer wieder zu Kartoffeln empfohlen. Sicher, es schmeckt gut, wenn man nicht überdosiert. Aber das feine Kartoffelaroma geht doch dadurch verloren.

    Als ich mal für ein Video Safran-Risotto zubereiten wollte, schnupperte mein Kameramann vorsichtig an dem kleinen Gläschen mit den Safranfäden. ‚Das riecht wie Elektrobrand‘, meinte er dazu. Daraufhin nahm ich auch mal eine Nase und musste feststellen, dass er damit gar nicht unrecht hatte. Wer schon mal leicht vor sich hin schmorende Elektrogeräte gerochen hat, wird dem sicher zustimmen. Aber es ist nicht das einzige Aroma, was da aus dem Gläschen kam. Und im schlotzigen Reis tat der Safran doch das von ihm verlangte (was dann mit Elektrobrand nichts mehr zu tun hatte). Aber es ist doch erstaunlich, wie solche keinen Mengen etwas so einen Preis haben können. Andererseits: Eine Zutat zu verwenden, die über 12000 Euro/kg kostet, hat auch was. 😉

    • Wenn einer fleißig war, dann Du – mein Text lag schließlich schon fertig auf der Festplatte 😉 Schön, dass Du die Anregung aufgegriffen hast. Und der Tipp mit dem Currybaum ist nicht schlecht, hast Du schon mal die Blätter probiert?

  2. Da kann man ja richtig in die Gewürzschule bei dir gehen. Ein schöner umfangreicher Beitrag. Um auch beim Curry zu bleiben, den mag ich sehr und außer der bekannten Art der Mischung kenne ich nur Curry Pflanzen aus der Gärtnerei, die zwar so riechen aber nicht direkt so schmecken. Aber die haben mit den Bäumen wohl nix zu tun. Danke für Deinen Beitrag zu meinem Blog Event.

    • Sehr gern :-) Ich werd bei meinem nächsten Besuch im Asiamarkt mal die Augen aufhalten – dort nehm ich an, dass man Curryblätter am ehesten findet.

  3. Hallo Markus,
    Die Reiseberichte des Gernot Katzer sind sehr interessant. Er ist aber wohl eher auf asiatische Gewürze spezialisiert. Den Giersch als ungenießbar zu bezeichnen ist natürlich falsch, ich habe ihn zum essen des selbigen eingeladen ( hi,hi).
    LG Sabine

  4. Pflanzlich gesehen gibt es wohl sogar zwei Currys. Einmal den Currybaum, von dem ich oben im wesentlichen schrieb, den ich aber noch nicht gekostet habe. Es gibt aber auch den Currykraut. Dieses ist eher mediterraner Natur, wird aber wohl auch als Gewürzpflanze eingesetzt. Italienische Strohblume ist ein Synonym für’s Currykraut, oder doch eher der Hauptname, denn die Strohblume riecht recht intensiv nach Curry.

  5. Wow, schöner Artikel! Pfeffer ist überschätzt, das sehe ich wie Du – allerdings liegt das auch an der üblichen Dosierung, die geschmacklich nicht wirklich was bringt. Ich freunde mich seit einiger Zeit mit langem Pfeffer an. Den finde ich übrigens gerade zu Fruchtigem ziemlich wirkungsvoll.
    Curry: Ja, frische Curryblätter bekommt man in der Regel im Asialaden. Sie lassen sich auch einfrieren.
    Lorbeer: Ich war sehr überrascht, wie anders das Aroma von frischem Lorbeer im Vergleich zu getrocknetem ist. Irgendwie … zimtig. Damit lässt sich definitiv was anfangen. Wenn getrockneter Lorbeer zu stark dominiert, finde ich ihn unangenehm. Ich werde gelegentlich mit sehr lorbeeriger Tomatensauce bekocht, und die ist mir zu herb.
    Was ich übrigens sehr spannend finde, ist die Frage, wie stark die Gene das Geschmacksempfinden beeinflussen. Bei Koriander (dem Kraut) ist ja erwiesen, dass es für manche Menschen aufgrund ihrer genetischen Disposition seifig schmeckt. Ob das bei anderen Kräutern und Gewürzen auch so ist?

    • Vielen Dank :-) Langer Pfeffer – das klingt ja interessant, den kenne ich noch nicht. Muss ich gleich mal googeln :-)
      Was ich recht lecker finde, ist frischer grüner Pfeffer, den es auch manchmal im Asialaden gibt. Wenn man den trocknet, wird er schwarz und schmeckt echt gut.
      Getrockneter Lorbeer kann tatsächlich manchmal etwas muffig schmecken. Insgesamt finde ich ihn aber sehr lecker, sowohl frisch als getrocknet.
      Das mit den Genen und dem Geschmack ist wirklich interessant. Ich glaube, da gibt es auch einingen pseudowissenschaftlichen Humbug, der da getrieben wird, nach dem Motto: Wir analysieren Ihre Gene & sagen Ihnen dann, welche Ernährung sie wählen sollten. Ich hätt dann gerne ein Schweinebraten-Gen und eins für Schokopudding 😉
      Aber es wär wirklich mal interessant zu wissen, wie einzelne Genvarianten das Geschmacksempfinden beeinflussen bzw. was angeboren und was lediglich anerzogen ist. Mal schauen, ob ich da bei Gelegenheit was rausfinde.

  6. Langer Pfeffer war ursprünglich das, was man in Europa unter „Pfeffer“ verstand – geriet dann aber völlig in Vergessenheit. Guck mal bei Herrn Katzer. 😉
    Und zur Genetik: Nee, ich meine nicht so billige Geschichten, die in Ernährungstipps münden (die moderne Blutgruppendiät oder so), sondern tatsächlich Untersuchungen zur genetischen Disposition des Geschmacksempfindens. Dazu gab es hier mal einen interessanten Artikel:
    http://www.newscientist.de/inhalt/geschmack-gene-steuern-essverhalten-a-901233.html

    • Das stimmt natürlich – aus Eberswalde ist der Weg mittlerweile auch etwas weiter 😉 Wenn wir uns im November mal treffen, kannst Du aber ja eine Bestellung aufgeben, dann bring ich Dir auch Curryblätter mit 😉

      • Da würden mir vielleicht andere Sachen einfallen, die interessanter wären, wenn ich sie vor mir liegen sehen würde. Aber konkreter kann ich gerade nicht werden, weil ich eben nix vor mir habe … 😉

        • Wie wäre es z.B. mit tiefgefrorenen Käferlarven? Quallenstreifen in Aspik? Oder eine schöne Stinkfrucht? 😉 Vor kurzem entdeckt und für extrem lecker befunden habe ich übrigens frische Kokosnüsse. Nicht zu vergleichen mit dem harten Teil, das es bei uns in Supermärkten gibt. Ich glaub, ich muss bald mal einen Blogeintrag zum Thema „Asiamärkte“ schreiben…

          • Qualle in Aspik? Das gibts wirklich? Klingt irgendwie wie Stulle auf Brot. 😉
            Das mit den frischen Kokosnüssen kann ich mir schon vorstellen. Es ist ja auch ein großer Unterschied zwischen frischem Knoblauch und den getrockneten Knollen aus dem Supermarkt.

          • Aspik ist vielleicht das falsche Wort, es ist eher so eine glibschige Flüssigkeit, in der die Quallenstücke schwimmen. Stimmt, frischer Knoblauch ist auch was sehr feines. Der Unterschied zwischen den Kokosnüssen ist aber eher so groß wie der von frischem Knoblauch zu dem granuliertem Zeug.

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